Bad Homburg v. d. Höhe. In den Feldgemarkungen rund um Bad Homburg ist erneut die Aktion „Rücksicht macht Wege breit“ angelaufen. Mit gut sichtbaren Markierungen auf besonders frequentierten Feldwegen wird für ein respektvolles Miteinander zwischen Landwirtschaft und Naherholung geworben. Ziel ist es, Nutzungskonflikte zu minimieren und das Verständnis füreinander zu stärken – gerade in einem dicht besiedelten Ballungsraum wie dem Rhein-Main-Gebiet.
Die Feldwege im Umfeld der Stadt sind Arbeits- und Erholungsraum zugleich. Landwirte sind hier täglich mit Maschinen unterwegs, sichern die regionale Lebensmittelproduktion und pflegen die Kulturlandschaft. Gleichzeitig nutzen viele Bürgerinnen und Bürger die Wege zum Spazieren, Joggen oder Radfahren. Diese Mehrfachnutzung kann zu Konflikten führen, wenn Wege blockiert werden, Ausweichbewegungen über Felder erfolgen oder die Bedürfnisse der Landwirtschaft unbeachtet bleiben.
Landwirtschaft im Ballungsraum: wertvoll und verletzlich
„Die regionale Landwirtschaft leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln, zum Erhalt der Landschaft und zur ökologischen Vielfalt“, betont Bürgermeister Dr. Oliver Jedynak. In der heutigen Zeit und gerade in Stadtnähe ist sie aber auch besonders gefordert: Hoher Nutzungsdruck, steigende Erwartungen und begrenzte Flächen treffen auf Betriebe, die gleichzeitig unter den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einer globalisierten Agrarwirtschaft stehen. Preis- und Kostendruck, bürokratische Auflagen und ein wachsender Rechtfertigungsbedarf prägen den Arbeitsalltag vieler Landwirtinnen und Landwirte.
Hinzu kommen immer häufiger direkte Konfrontationen im Gelände – oft resultierend aus Unwissen oder fehlender Sensibilisierung für landwirtschaftliche Abläufe. „Die Aktion ,Rücksicht macht Wege breit‘ setzt bewusst niedrigschwellig an und erinnert daran, dass schon kleine Gesten viel bewirken können: rechtzeitig Platz machen, auf den Wegen bleiben und bewirtschaftete Flächen respektieren“, so Bürgermeister Dr. Jedynak.
Gemeinsame Verantwortung
Die Aktion „Rücksicht macht Wege breit“ wurde vom städtischen Ranger Boris Heinrich in Abstimmung mit örtlichen Landwirten erneut aufgelegt. Die Markierungen wurden vom Betriebshof aufgetragen. Stadt, Landwirtschaft und Bevölkerung sind gleichermaßen aufgerufen, Verantwortung zu übernehmen – damit die Feldgemarkungen auch künftig Arbeitsraum, Erholungsraum und Lernort zugleich bleiben können.
Einladung zur FlurTour: Landwirtschaft zum Anfassen
Passend dazu lädt der Ortsbauernverband für kommenden Sonntag, 10. Mai 2026, erneut zur FlurTour unter dem Motto „Landwirtschaft zum Anfassen“ ein. Treffpunkt ist um 11 Uhr am Lohweg 8 in Ober-Erlenbach. Bei einer geführten Runde durch die Feldflur haben Interessierte die Möglichkeit, die örtliche Landwirtschaft aus erster Hand kennenzulernen. Landwirte erläutern ihre Arbeit direkt vor Ort, beantworten Fragen und geben Einblicke in Anbau, Bewirtschaftung und die Herausforderungen ihres Berufsalltags.
Auch der städtische Ranger wird an der Führung teilnehmen und über wiederkehrende Nutzungskonflikte in der Feldflur berichten. Ziel der Veranstaltung ist der direkte Dialog – respektvoll, transparent und auf Augenhöhe. Die FlurTour richtet sich an alle, die mehr über die heimische Landwirtschaft erfahren und zum besseren Miteinander beitragen möchten.