Bad Homburg v. d. Höhe. Die François-Blanc-Spielbank GmbH Bad Homburg soll als Anker-Pächterin in ein neues Kurhaus in der Innenstadt von Bad Homburg einziehen. Realisiert werden soll der Neubau durch die KuK Immobilienverwaltungsgesellschaft mbH. Die Finanzierung soll über die Pachteinnahmen und damit aus den Erlösen aus dem Spielbetrieb des Casinos getragen werden. „Damit sieht das Finanzierungskonzept keine zusätzlichen Belastungen für den städtischen Haushalt und den Steuerzahler vor“, erklärt Oberbürgermeister Alexander Hetjes. Es sei damit aber auch klar, „dass eine Sanierungsvariante bei dieser Vorgehensweise nicht mehr umsetzbar und somit vom Tisch ist“, ergänzt der OB.
Der Ansatz für das Konzept fußt auf einer Idee von Oberbürgermeister Alexander Hetjes und hat ein historisches Vorbild: Schon die ersten beiden Bad Homburger Kurhäuser, die zwischen 1841 und 1863 von den damaligen Konzessionären der Spielbank, den Gebrüdern Blanc, errichtet wurden, waren jeweils Standort einer Spielbank.
Win-Win-Win-Situation
Mit diesem Konzept, das den städtischen Gremien noch zur Beschlussfassung vorgelegt werden muss, können gleich mehrere Probleme für die zukünftige Entwicklung der Stadt gelöst werden. Zum einen geht es darum, die Spielbank zukunftssicher aufzustellen. Dies soll durch den Umzug des Casinos vom Kurpark in das neue Kurhaus gewährleistet werden. Zum anderen wäre so auch ein tragfähiges Finanzierungskonzept für den Neubau des stark sanierungsbedürftigen Bad Homburger Kurhauses gefunden. „Mit der Spielbank-Gesellschaft als Pächterin im neuen Kurhaus schaffen wir aus Sicht des Landes Hessen, der Stadt Bad Homburg und der François-Blanc-Spielbank GmbH Bad Homburg eine Win-Win-Win-Situation“, fasst Oberbürgermeister Alexander Hetjes den Casino-Coup zusammen.
Nach intensiven Verhandlungen mit der Hessischen Landesregierung (als Trägerin der Glücksspielaufsicht) gaben sowohl das Innenministerium als auch das Finanzministerium grünes Licht für das im wahrsten Sinne des Wortes historische Übereinkommen. „Durch höhere Kapazitäten am neuen Standort können höhere Bruttospielerlöse erwirtschaftet werden – davon profitiert auch das Land“, so Hetjes weiter, der die Zusammenarbeit mit den beteiligten hessischen Ministerien ausdrücklich lobt.
Auf Sicht genügt der jetzige Standort des Casinos, das in den vergangenen Jahren immer wieder Rekordergebnisse eingefahren hat, im ehemaligen Brunnen-Saal im Kurpark aufgrund der stetig steigenden Besucherzahlen nicht mehr den Ansprüchen. Eine bauliche Erweiterung des Gebäudes ist aufgrund der Lage im Denkmal geschützten Kurpark jedoch nicht möglich. „Wir haben mit räumlichen Problemen zu kämpfen, darunter leidet vor allem der Aufenthaltskomfort im Casino. Auch eine durchgehende Barrierefreiheit ist aufgrund der räumlichen Gegebenheiten nicht durchgehend gegeben“, erklärt Kurdirektor Holger Reuter. Zudem gilt es, auch im Gebäudeinneren Denkmalschutzauflagen zu beachten, die die Möglichkeiten ebenfalls einschränken. All dies, so Reuter weiter, spreche für den Casino-Coup: „Daher freut es mich, dass Stadt und Land hier an einem Strang ziehen.“
Der Kurdirektor fügt hinzu: „Wenn wir das Casino zukunftssicher aufstellen wollen, ist der Umzug in einen Kurhaus-Neubau alternativlos.“ Hinzu kommt, dass die Stadtverwaltung im Auftrag des Stadtparlaments schon seit längerem nach einem tragfähigen Finanzierungskonzept für die Zukunft eines neuen Kurhauses sucht.
Neben einem steigenden Bruttospielerlös sehen Oberbürgermeister Hetjes und Kurdirektor Reuter noch weitere Vorteile für das Casino und zukünftig auch für die Innenstadt. So wäre ein florierendes Casino im Herzen der Stadt eine enorme Bereicherung. Von den rund 250.000 Gästen (Tendenz steigend), die der Spielbank jedes Jahr einen Besuch abstatten, kommen viele auch schon tagsüber ins Casino und wären somit auch potenzielle Innenstadt-Kunden.
Geben auch die politischen Gremien der Stadt Bad Homburg grünes Licht für den historischen Casino-Coup, müssten die bisherigen Planungen für die Neubau-Varianten überarbeitet werden. Das Augenmerk für den Innenausbau würde dann auf einem modernen Casino mit optimierten Abläufen liegen. „Ein Kongressbereich und das Theater bleiben aber definitiv Teil der Planungen für einen Kurhaus-Neubau“, so OB Hetjes. Und auch die ohnehin vorgesehene Bürgerbeteiligung soll Teil des Umsetzungskonzepts bleiben.
„KuKi“
Die KuK Immobilienverwaltungs-gesellschaft mbH ist aktuell für den Betrieb, die Verwaltung und das Management von Immobilien der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe einschließlich der Immobilien städtischer Eigenbetriebe oder Eigengesellschaften zuständig. Zudem berät die „KuKi“ die Stadtverwaltung und deren Töchter in Angelegenheiten eigener Immobilien.